Weniger ist mehr: deine ersten Schritte in den Minimalismus.

Minimalismus Ruhe

Raus aus der konsumorientierten Überflussgesellschaft. Bring nach und nach ein wenig mehr Minimalismus in dein Leben.

Du willst keine Marionette sein, wer will das schon. Aber wie sehr werden wir über den Tag hinweg eigentlich gesteuert? Vielleicht beim Konsumieren, beim täglichen Weg durch die Weiten der Stadt und sicherlich auch durch unsere eigenen Erwartungen an uns selbst, durch die selbstauferlegte Pflicht, allen gefallen zu müssen und jedem gerecht zu werden. All das kann Stress erzeugen, vielleicht ein Gefühl von Unfreiheit und vielleicht auch eine Überforderung durch Reize. Kaufe maximal, genieße maximal, sei die maximal beste Version deiner Selbst. Aus diesen Denk- und Handlungsmustern an einem Tag wieder rauszukommen ist wohl ein Ding der Unmöglichkeit. Aber wenn du das Bedürfnis hast, dich von Dingen und Lasten zu befreien, kannst du ab heute die ersten Schritte gehen. Identifiziere die bedeutungsvollen Elemente in deinem Leben, schaffe dir einen überschaubaren Rahmen, vergnüge dich an Wenigem, befreie dich von den Einzelheiten, die du nicht brauchst, werde minimal und wachse daran. 

Minimalismus heißt: das eigene Verhalten hinsichtlich Besitz, Beziehungen und Sinnhaftigkeit zu hinterfragen.

Umherschweifen


via Vonecia Carswell 

Mit einem simplen Schritt – im wahrsten Sinne des Wortes – kommst du einem minimalistischen Lebensstil bereits ein Stück näher, denn am Ende sind es deine eigenen Beine, die dich durchs Leben tragen. Hierbei geht es vor allem darum, dich und deine Umgebung ganz bewusst wahrzunehmen und dich vom Trubel der öffentlichen Verkehrsmittel oder der Misere des Staus zur Rush Hour zu entziehen. Minimalismus beginnt im Kopf, er soll dich frei machen von kreisenden Gedanken. Genieße diese Unabhängigkeit an der frischen Luft. 

Wasser aus der Quelle 

Minimalismus Wasser
via Imani 

Die Trinkwasserqualität in Hamburg ist hervorragend. Wofür lohnt sich da das schwere Schleppen von Wasserflaschen in den 5. Stock? Obendrein sparst du auf das Jahr gerechnet ein wenig Geld, verbrauchst weniger Plastik und – ganz wichtig – hast mehr Platz und Überblick in deiner Küche. Also nutze das, was sowieso vorhanden ist: das (Über-)Lebenselixier aus der Wasserquelle bei dir zuhause. 

Guter Stoff 

via Priscilla Du Preez

Hand aufs Herz: wie viele Kleidungsstücke führen seit Ewigkeiten ein tristes Dasein in der hintersten Ecke deines Kleiderschranks? Du wirst ziemlich sicher so manches Teil finden, von dem du dich eigentlich schon lange verabschiedet hast. Farbe blöd, sitzt nicht gut, passt nicht mehr – du kennst das. Nutze einen verregneten Sonntag, um einmal alles aus den Schubladen zu reißen und zu sortieren. Wenn du dich nicht von deinem Abiball-Kleid trennen kannst, ist das völlig in Ordnung. Aber all diese einzelnen Socken geben nicht mehr viel her. Die Frage, was du morgens anziehen sollst, wird dich in Zukunft weniger beschäftigen; es sind ja schließlich nur noch die Teile vorhanden, die dir wirklich gefallen. Und so wird der Minimalismus richtig schnell sichtbar. 

Mutter Natur 

Minimalismus  Natur
via Jakob Owens    

Hamburg ist groß, Hamburg ist fantastisch, aber Hamburg ist – wie jede Großstadt – auch laut und hektisch. Dein neuer Freund ist die Natur. Sicherlich ist es besonders erholend, Meeresluft zu schnuppern oder den Ausblick in den Alpen zu genießen. Dafür ist nur leider nicht immer Zeit und Geld vorhanden. Also entdecke doch einfach das, was die Gegend hier zu bieten hat. Nicht weit von dir liegt der Duvenstedter Brook mit seinen heimischen Wildschweinen und Kranichen. Im Süden der Elbe erstrecken sich die Harburger Berge mit Naturwäldern und weiten Heideflächen. Und die Boberger Dünen überraschen dich mit einer vielschichtigen Tierwelt und herrlichem Sand unter den Füßen. Die Ursprünglichkeit der Natur sorgt für klare Strukturen in deinem Kopf und der Minimalismus in Form von wenig Lärm und Hektik tut richtig gut.

Brauchst du das wirklich? 

via meineresterampe  

Das Ingwer-Zitronengras-Duschgel ist im Angebot und dieses super flauschige Kissen in Form eines Tyrannosaurus Rex lässt dich garantiert besser schlafen. Also kaufen, kaufen, kaufen! Kommt dir das bekannt vor? Wir alle kaufen tatsächlich ständig allerhand Zeugs, welches wir nicht wirklich benötigen. Dann haben wir kurz unsere Freude daran, aber ein Garant für ein so viel besseres Leben sind diese Dinge ja meistens nicht. Bevor du also das nächste Mal vor einem Schaufenster stehst und alle deine Synapsen vor Glück in die Hände klatschen, frage dich: Brauche ich das wirklich? Meist hilft schon eine Nacht drüber schlafen, um zu erkennen, dass dein Geld woanders besser aufgehoben wäre.  

Kostprobe 

Minimalismus Ernährungvia silviarita  

Verdorbene Lebensmittel wegschmeißen ist ein Phänomen, das leider jeder kennt. Denn auch im Supermarkt animieren sagenhafte Angebote und Produktinnovationen zum Kauf. Bei all dem Überfluss ist es ja eigentlich nur logisch, dass wir zu einer Wegwerf-Gesellschaft geworden sind. Wer minimalistisch leben möchte, verabschiedet sich von Überflüssigem – auch bei der Ernährung. Sich im Stil des Minimalismus zu ernähren bedeutet etwa, möglichst wenig Rohstoffe zu verbrauchen. Versuche beim nächsten Besuch im Supermarkt außerdem nur das zu besorgen, was du tatsächlich essen wirst und halte Ausschau nach den „echten“ Lebensmitteln wie Obst, Gemüse, Nüsse, Kerne, Reis, Linsen oder Vollkornprodukte. Und das der Jutebeutel statt die Plastiktüte immer mit dabei ist, versteht sich von selbst.

Was ist dir wirklich wichtig?

Minimalismus Entspannungvia Pexels

Vielleicht trägst du dir selbst Verpflichtungen auf, die eigentlich gar nicht nötig wären oder bist der Ansicht, sämtliche Erwartungen der anderen so schnell es geht erfüllen zu müssen. Seitdem nahezu jeder dauerhaft am Netz angeschlossen lebt, ist der Druck noch weitaus stärker geworden. Du musst erreichbar und verfügbar sein oder denkst zumindest, dass du es musst. Dabei stünde dir ein bisschen Digital Detox gar nicht schlecht.

Einfach mal nicht auf die Diskussion in der WhatsApp-Gruppe eingehen, einfach mal keine E-Mails am Frühstückstisch checken. Klingt fast ein wenig revolutionär, ist aber ungemein befreiend. Verpflichtungen minimieren kannst du aber auch in deinem Offline-Leben. Wenn dich deine Freunde zur RnB-Party mitziehen wollen, aber dich Lyrics wie „Bitch better get my money“ überhaupt nicht inspirieren, dann bleib zuhause. Wenn dir auffällt, dass dein Yoga-Kurs nichts für dich ist und du diesen Sonnengruß sowieso nicht als befriedigend erlebst, dann kündige deine Mitgliedschaft. Es ist an der Zeit, dich selbst zu fragen, was dir in deinem Leben wirklich wichtig ist.