FSJ, FSKJ, FÖJ… Auch du kannst ein freiwilliges Jahr machen.

Freiwilliges Jahr Mädchen

So genug gefeiert, du hast dein Zeugnis in der Hand und jetzt kommt der Ernst des Lebens. Aber du hast noch keine Ahnung, was jetzt kommen soll? Wie wäre es mit einem FSJ? 

Völlig klar, dass du nicht direkt von der Schulbank in die Vorlesung oder ins Büro wechseln willst. Nehme dir doch ein Jahr produktive Auszeit und tauche in eine andere Welt ab. Nicht etwa nach Australien, sondern in eine Einrichtung im Rahmen eines freiwilligen Jahres. Was das genau ist, welche Unterschiede es gibt und wie dein Alltag für 12 Monate aussehen kann, erklären wir dir jetzt.

Was genau ist ein freiwilliges Jahr?

Es ist eine ehrenamtliche Tätigkeit, die mit Taschengeld vergütet wird. In deiner Einsatzstelle bekommst du einen Einblick in gesellschaftliche, soziale, ökologische und interkulturelle Zusammenhänge und lernst verantwortungsvolles, soziales und ökologisches Handeln. Vor allem aber geben dir diese 12 Monate die Möglichkeit, dich neu zu entdecken, deine Persönlichkeit zu entfalten und mit vielen neuen Leuten und Themen in Kontakt zu kommen. Zudem hast du Zeit, die vielen Eindrücke zu sammeln und dich für deine nähere Zukunft zu orientieren.

Im Rahmen deiner Arbeit werden dir soziale, kulturelle und interkulturelle Kompetenzen vermittelt, die dein Verantwortungsbewusstsein für die Gesellschaft stärken. Seit 2011, nachdem die Wehrpflicht bzw. der Zivildienst ausgesetzt wurde, gibt es zudem den Bundesfreiwilligendienst (BFD), in dem es vor allem um das bürgerschaftlichen Engagement geht.

FSJ, FSJ Kultur, FÖJ … 

  • Das freiwillige soziale Jahr (FSJ): Absoluter Menschenfreund? Du bist mit Kindern, Jugendlichen oder älteren Leuten zusammen und arbeitest in sozialen Institutionen wie Krankenhäusern oder Schulen.
  • Das freiwillige kulturelle Jahr (FSJ Kultur): Kreativität ist deine Stärke? Hier blickst du hinter die Kulissen eines Kulturbetriebs & kannst dich künstlerisch ausleben. Du arbeitest im Kulturbüro, im Museum oder am Theater.
  • Das freiwillige ökologische Jahr (FÖJ): Du bist Naturliebhaber? Ab in Umwelt-, Tier- und Naturschutzzentren, zum Land- und Gartenbau oder zum wissenschaftlichen Umweltschutz.

Die Facts

  • Du musst über 16 und unter 28 sein, um ein freiwilliges Jahr antreten zu können.
  • Die Mindesteinsatzzeit beträgt 6, meistens bist du für 12 Monate angestellt, es kann aber auch auf 18 Monate verlängert werden.
  • Es gibt eine Art von Taschengeld, die je nach Bundesland und Einrichtung unterschiedlich sein kann, aber um die 360 – 400 € beträgt.
  • Du bist in der gesetzlichen Renten-, Unfall-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung versichert und hast nahezu die gleichen Rechte wie ein Angestellter.
  • Du hast im Jahr 24 – 26 Tage Urlaub.
  • Du hast eine normale 40-Stunden-Woche, die je nach Einsatz anders aussehen kannst. Von Beginn an hast du einen Ansprechpartner, mit dem du zusammenarbeitest und der dich bei deinen alltäglichen Aufgaben begleitet und unterstützt.
  • Neben deiner alltäglichen Arbeit nimmst du an drei Seminaren teil und hast zudem die Möglichkeit, Bildungstage zu nehmen, an denen du Neues aus deinem Bereich erfahren kannst.
  • All diese Dinge kannst du auch außerhalb Deutschlands in einem FSJ im Ausland erleben.

Ab in die FSJ-Seminare

Jetzt wird es richtig cool, denn neben vielen spannenden Einblicken in ein Berufsfeld stehen drei Seminare an, die jeweils fünf Tage dauern und an denen du viele andere junge Leute triffst. Neben jeder Menge Spaß dreht es sich in den Seminaren, die an unterschiedlichen Orten des Bundeslandes stattfinden, immer auch um die Arbeit und spezielle Themen, die in den jeweiligen Bereichen eine Rolle spielen. Im kulturellen Bereich hast du etwa Streetart-Workshops, drehst Kurzfilme oder organisierst ein Theaterstück.

Freiwilliges Jahr Gruppe
Priscilla Du Preez via Unsplash

FSJ im Ausland – das geht auch! 

Raus aus Deutschland und rein in ein anderes Land? Kein Problem, denn dein freiwilliges Jahr kannst du auch im Ausland absolvieren. Wichtig dabei ist, dass der Träger (dein Arbeitgeber)zugelassen ist und seinen Hauptsitz in Deutschland hat. Auch über die Grenzen hinaus muss dein Dienst als ganztägige Tätigkeit gelten, damit es nicht zu einem zwölfmonatigen Urlaub wird. Du bekommst zwar eine Auslandskranken- und Unfallversicherung sowie ein monatliches Taschengeld, musst du für die An- und Abreise und häufig auch die Unterkunft selbst aufkommen. Du kannst dir aber gewiss sein, dass das eine prägende Zeit für dich sein wird. Und ganz bestimmt hast du während des Jahres ein paar Tage frei, um Land und Leute kennenzulernen.


João Silas via Unsplash

Na, Lust bekommen? Hier gibts noch mehr Infos und offene Stellen für ein freiwilliges Jahr in Hamburg. Viel Erfolg und vor allem Spaß.