Mein Traumjob: Wie wirst du eigentlich… selbstständige Friseurin?

Friseurin

Es gibt so viele Jobs, die du heutzutage ausüben kannst, da fällt die Entscheidung schwer. In der Serie „Mein Traumjob – Wie wirst du eigentlich …“ kannst du dich über viele interessante Berufe schlau machen, die dich inspirieren können. Ob Friseurin, Schreiner, Bloggerin oder Koch: Bestimmt ist ein Bereich für dich dabei, der dich auf die Idee bringt, diese berufliche Richtung einzuschlagen oder dich nachdenken lässt, dich sogar auf etwas Neues einzulassen.

Jeder Tag im selben Salon stehen, war für die Friseurin Hanna keine Option. Nach einiger Zeit auf hoher See und einer Radreise beschloss sie, Beruf und Hobby perfekt zu vereinen. Seit zwei Jahren düst sie mit ihrem Rad durch Hamburg und Umgebung und schneidet Haare in Gärten, Küchen oder Bädern ihrer Kunden.

Wie wird man Friseurin? Wie war dein Weg zu deinem jetzigen Job?
Für mich war schon als Kind klar, dass ich Friseurin werden möchte. Daher habe ich eine dreijährige Ausbildung gemacht und meinen Traumberuf erlernt. Da es mir wichtig war, den höchsten „Abschluss“ meines Faches zu erhalten, habe ich noch ein  Jahr als Gesellin gearbeitet und danach die Meisterschule in Oldenburg besucht. Nach Erhalt des Meisterbriefes wollte ich, wie so viele in meinem Alter, nochmal reisen gehen, dabei jedoch in meinem Beruf arbeiten. Somit habe ich mich auf einem Kreuzfahrtschiff beworben und war dort zweieinhalb Jahre als Friseurin und noch mal ein zusätzliches Jahr mit einem beruflichen Exkurs als Biking Guide tätig.
Der Job als Biking Guide hat meine Leidenschaft zum Fahrradfahren noch verstärkt und nach der Zeit auf dem Schiff habe ich eine viermonatige Fahrradreise unternommen. Mit Zelt und Gepäck ging es von Hamburg nach Istanbul und von Johannesburg nach Kapstadt. Anschließend zog ich nach Hamburg und arbeitete dort in einem „normalen“ Friseursalon, doch stellte ich schon nach sehr kurzer Zeit fest, dass ich nicht mehr „Salonfähig“ war. Der Lärm, die Massenabfertigung, die Chemie, eigentlich das ganze Umfeld, waren nichts mehr für mich. Zudem vermisste ich das Fahrradfahren soooo… So zählte ich 1 und 1 zusammen und mir kam die Idee eines mobilen Friseurs, der auf dem Fahrrad unterwegs ist. Und somit gibt es im August schon 2 Jahre Hannas Haarrad.

Was machst du den ganzen Tag?
Im Grunde fahre ich Fahrrad und schneide Haare. Da ich selbstständig bin, fallen selbstverständlich noch viele andere Sachen an. Termine machen, planen, irgendwelche Veranstaltungen organisieren etc.

Was ist das Beste an deinem Job?
Ich kann selbstständig und flexibel arbeiten und bin immer viel draußen und kann mich auf dem Fahrrad fortbewegen. Außerdem brauche ich nicht in einem Friseursalon stehen, sondern schneide oft auch unter freiem Himmel Haare.

Was ist das Nervigste an deinem Job?
Naja, das „Nervigste“ ist alles was so mit Schreibkrams, Rechnungen und Bürokratie zu tun hat.

Wie sind die Bezahlung und die sonstigen Konditionen in deinem Job?
Generell ist der Friseurberuf kein besonders gut bezahlter Beruf. Das ist wirklich sehr schade, da es ein äußerst anspruchsvoller Beruf ist. Daher sollte man diesen Job aus Leidenschaft erlernen und dann versuchen, etwas Großartiges zu erschaffen, um den Beruf zu leben, aber auch davon auch seinen Alltag bestreiten zu können.

Quasselnde Kunden, wieviel musst du dir wirklich anhören?
Das passiert wohl eher in klassischen Salons, dass man sich voll quasseln lassen muss, um Höflichkeit zu bewahren. Die Kunden, die sich für einen Haarradbesuch entscheiden, legen viel Wert auf einen guten Haarschnitt in ihrer eigenen Wohlfühlatmosphäre. Diese ist meist viel intimer und persönlicher und dadurch entwickelt sich auch ein anderes Verhältnis als in einem Salon. Manchmal entstehen tolle Gespräche oder man lauscht gemeinsam der Lieblingsmusik der Kunden oder genießt einfach die Stille und den Haarschnitt…

Friseurin Kundin