Mein Traumjob: Wie wirst du eigentlich… Koch?

Koch

Es gibt so viele Jobs, die du heutzutage ausüben kannst, da fällt die Entscheidung schwer. In der Serie „Mein Traumjob – Wie wirst du eigentlich …“ kannst du dich über viele interessante Berufe schlau machen, die dich inspirieren können. Ob Friseurin, Schreiner, Bloggerin oder Koch: Bestimmt ist ein Bereich für dich dabei, der dich auf die Idee bringt, diese berufliche Richtung einzuschlagen oder dich nachdenken lässt, dich sogar auf etwas Neues einzulassen.

Cristián hat für seinen Traumjob sogar sein Heimatland Chile verlassen, auch wenn dort die Wurzeln für seine Kochleidenschaft liegen. Auf vielen Stationen in der Welt hat er sowohl kulinarisch als auch persönlich schon einiges gelernt.

Wie wird man Koch? Wie war dein Weg zu deinem jetzigen Job?
Ich denke, man muss sich im Klaren darüber sein, dass der Beruf Koch kein einfacher Job ist. Du arbeitest, wenn andere ihre Freizeit genießen, du hockst in einer heißen Küche und schwitzt. Außerdem musst du immer 10 Dinge parallel auf dem Schirm haben und dich durchgehend konzentrieren.
Zu Beginn machst du eine klassische dreijährige Kochausbildung. Am Tag nach deiner Abschlussprüfung packst du am besten sofort deine Kochtasche, mit sauberen und scharfen Messern, und fährst zum nächsten Flughafen. Nimm dort den ersten Flug, den du bekommen kannst, egal wohin (am besten natürlich an einen Ort, zu dem du bereits eine Verbindung hast, oder den du unbedingt erforschen möchtest). Dort angekommen, schlage dich im neuen Heimathafen als Koch durch. Tauche in die neue soziale Realität ein und lerne so viel, wie du kannst. Das machst du so lange, bis du dich als Koch sicher genug fühlst, um alleine in einer Küche zu arbeiten.

Was machst du den ganzen Tag?
Ich kontrolliere die Ware und räume auf. In Abstimmung mit meiner To-Do-Liste, die ich einen Tag zuvor geschrieben habe, beginne ich mit den Vorbereitung für meinen Arbeitsplatz. Das nennen wir „Mise en Place“. Im Anschluß mache ich mein Set Up und gönne mir eine kleine Pause. Danach wird ordentlich geschuftet bis 1 Uhr morgens. Am Ende eines idealen Arbeitstages bedanke ich mich bei meinem Team und muss sagen können: Das war ein guten Tag!

Was ist das Beste an deinem Job?
Ich kann jeden Tag aufs Neue etwas lernen und mir täglich über neue Kreationen und ausgefallene Arrangements auf den Tellern Gedanken machen. Spaß macht selbstverständlich auch die Zusammenarbeit mit netten, coolen und professionellen Leuten. Die größte Freude ist es, wenn sich Leute für das Essen bedanken, Fotos machen oder ich ihren Genuss beim Essen sehen und hören kann. Ich persönlich freue mich sehr, wenn Gäste wiederkommen und uns auch weiterempfehlen.

Was ist das Nervigste an deinem Job?
Ich sag es mal ganz deutlich: Das sind Gastro-Klugscheisser, Gaumenterroristen, Koch-Poser, Instagram-Gastro-Poser und einfach Menschen, die keinen Respekt vor meinem Beruf haben.

Wie sind die Bezahlung in deinem Job?
Zu Anfang als junger Koch, ist die Bezahlung nicht so gut. Mit mehr Erfahrung und einem selbstbewussten Auftreten als Koch kann man aber durchaus gut verdienen. Trotzdem sind wir immer auf Trinkgeld angewiesen. Das bessert unser Gehalt noch einmal auf.

Raue Töne in der Küche, ist das wirklich so?
Nein, das ist Old School und respektlos. Manchmal ist man unter Stress und muss Dinge immer wieder wiederholen. Dadurch wird man schon direkt und fordernd in seiner Ansprache. Du hast eben keine Zeit, um um den heißen Brei herum zu reden. Das ganze Team muss als Einheit funktionieren und es ist mein Job als Küchenleitung dafür zu sorgen. Deshalb sollte man auch jeden Arbeitstag mit einer kurzen Feedbackrunde, sowohl mit dem ganzen Team als auch mit der betroffenen Person, abschließen.

Koch Gericht

via Seren Dal